Qualitätsmanagement im Labor
Die Hausarztpraxis – so vermeiden Sie Laborfehler:
Zur Diagnostik und Verlaufsbeurteilung einer Therapie notwendige Laboruntersuchungen stellen jede Praxis vor besondere Anforderungen.
Laboruntersuchungen müssen terminiert werden, Patienten müssen über den Ablauf aufgeklärt und vorbereitet werden. Die Probe muss richtig entnommen werden, etikettiert und an externe Labors versendet werden.
Die resultierenden Befunde müssen zum richtigen Patienten zugeordnet werden, ausgewertet und dann zur weiteren Therapie herangezogen werden.
Als Arbeitsfluss erfordern diese Tätigkeiten volle Aufmerksamkeit der Mitarbeiterinnen. Allerdings ist in der täglichen Praxisroutine weder genug Ruhe noch genug Zeit, um einen reibungslosen Ablauf der Laboruntersuchungen bis ins Detail zu gewährleisten.
Um also hier im Beispiel Fehler bei Laboruntersuchungen zu minimieren, ist die Grundvoraussetzung die Mitarbeit des gesamten Teams. Nur wenn alle (Mitarbeiter in der Praxis und Ärzte) ihre Erfahrungen und Lösungsvorschläge gemeinsam einbringen, wird eine hohe Akzeptanz der Maßnahmen gewährleistet.
Fehler erkennen:
Wir alle kennen das: Wir machen Fehler, bemerken das beim „Tun“ und korrigieren noch rechtzeitig. Oder wir machen Fehler, die aber keine besonderen Konsequenzen nach sich ziehen und korrigieren anschließend.
Durch diese Weise wird einerseits nicht dafür gesorgt, dass uns selbst dieser Fehler später nicht mehr unterläuft – andererseits wird auf keinen Fall ein anderer Mitarbeiter auf die Vermeidung dieses Fehlers vorbereitet.
Fehler vermeiden:
Durch die Anlage eines Fehlerheftes (in Heftform für schnelle Notizen oder EDV-gestützt) lassen sich alle bekannt gewordenen Fehlerquellen aufzeigen. In einem Maßnahmekatalog werden dann die gewonnenen Erfahrungen in positive Reaktionen umgewandelt. Die Berichte sollten selbstverständlich im Team besprochen und ausgewertet werden.
Darüber hinaus ist diese Form der Dokumentation hilfreich bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter, und klare Verantwortlichkeiten können festgelegt werden.
Die oben beschriebene Vorgehensweise macht allerdings nur Sinn, wenn der offene Umgang mit Fehlern nicht zu Konflikten führt. Nur in einer offenen Gesprächs- und Arbeitsatmosphäre können Probleme besprochen und Lösungen im Team gefunden werden. Wenn alle im Team die Veränderungen – mehr Dokumentation, Problemlösungsdiskussionen etc. - mit tragen, werden mit der Zeit weniger Fehler gemacht, Abläufe werden reibungsloser abgearbeitet, weniger Nacharbeit ist erforderlich. Um diese Ziele zu erreichen ist ein hohes Maß an Vertrauen und Motivation notwendig.
